Mikrofinanzfonds:



 

"Wohltätigkeit ist keine Lösung.
Im Gegenteil, sie kann den Bedürftigen
sogar die Initiative rauben,
ihre Armut zu bekämpfen.
Was arme Menschen brauchen,
ist eine Chance,
sich mit eigener Kraft
aus
der Armut zu erheben."

 

Muhammad Yunus  *28.6.1940

 [1972 Professor in Bangladesch

 Gründer und ehemaliger Geschäftsführer der Grameen Bank
Mitbegründer des Mikrofinanz-Gedankens
2006 erhielt er den Friedensnobelpreis]

 

 

 

Bildnachweis: Martin Kraft, Lizenz CC BY-SA 3.0, creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de

Als Mitte der 1970er Jahre der Volkswirtschaftsprofessor Muhammad Yunus an der Universität Chittagong in Bangladesch mit seinen Studenten ein Experiment startete, in dem er armen Hauhalten eines nahegelegenen Dorfes Geld (d.h., 50 – 100  Dollar) verlieh, hätte er sich wohl nicht träumen lassen, dass sich daraus ein erfolgreiches Instrument zur weltweiten Armutsbekämpfung entwickeln würde, das ihm im Jahr 2006 sogar den Friedensnobelpreis einbrachte.
Diese Mikrokredite verhalfen den Menschen zu einer wirtschaftlichen Existenz.

 

 

 

Der Weg des Geldes: Vom Anleger bis zum Mikrofinanz-Kunden:

 

Mikrofinanzen funktionieren so: Der Anleger beteiligt sich beispielsweise an einem Mikrofinanzfonds. Dieser dient als Sammelbecken für das Geld der Anleger, wie bei jedem anderen Fonds auch. Er verleiht ihr Geld nun weiter an eine Mikrofinanz- Dachorganisation. Diese wiederum vergibt es an Mikrofinanzinstitutionen – also an eine Mikrofinanzbank, etwa in Peru. Deren Mitarbeiter sind die Kundenberater, die das Geld zu den Kunden bringen und später wieder abholen, samt Zinsen. Dadurch, dass ein Mikrofinanzfonds in der Regel mit Dutzenden von Mikrofinanzinstituten zusammenarbeitet, verteilen sich die Risiken. Aber hin und wieder gerät trotzdem einmal ein Mikrofinanzinstitut in Probleme. Insgesamt haben sich die Mikrofinanzfonds in den letzten Jahren jedoch als sehr sicher erwiesen.

 


Allerdings sind Mikrofinanzfonds in der Verwaltung nicht einfach. Hier geht es schließlich nicht um handelbare Wertpapiere, sondern um Menschen. Die Gesamtkosten, welche die Mikrofinanzfonds haben, liegen daher pro Jahr bei etwa  5% – nicht wenig angesichts von insgesamt 1,5% bis 2% Wertsteigerung pro Jahr, die nach Abzug der Kosten für den Anleger noch übrig bleiben.